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Wünschen ist erlernbar

Bisher nahm man an, dass unser Gehirn statisch und unveränderbar sei. Man glaubte, dass die Vernetzungen in unserem Gehirn uns nur wenig Spielraum ließen, anders zu reagieren, als es in unseren Gehirnzellen eingespeichert ist.

Man ging davon aus, dass dort all unsere gemachten Gedanken und Erfahrungen, alle Enttäuschungen und Verletzungen einprogrammiert seien, für immer dort verblieben würden und unsere künftige Denkweise und unser Verhalten für alle weitere Zukunft beeinflussen würde.

Nun hat sich aber etwas ganz anderes herausgestellt:

Unser Gehirn ist nicht statisch – es ist formbar.

Die Neurowissenschaftler Dr. Avi Karni und Leslie Underleider vom National Institute of Mental Health haben nachgewiesen, dass unser Gehirn anpassungsfähig ist. Es ist formbar. Unser Gehirn verändert sich, je nachdem, welchen Gedanken wir nachgehen und welche Erfahrungen wir machen.

Es verändert sich nicht nur theoretisch.

Unser Gehirn verändert sich physisch!

In langen Versuchsreihen konnten die beiden Wissenschaftler nachweisen, dass unser Gehirn die Fähigkeit besitzt, seine Vernetzungen vollständig zu ändern und neue, andere Verknüpfungen von Neuronen auszubilden, wenn wir für eine gewisse Zeit neue, andere Dinge denken oder uns mit neuen, anderen Dingen beschäftigen.

Auch seine Heiligkeit der Dalai Lama und Howard Cutler beziehen sich auf diese Entdeckung in ihrem Buch "Die Regeln des Glücks".

Denken wir oft und lange an bestimmte Dinge oder führen wir für einige Zeit eine gewisse Tätigkeit aus, vergrößert sich der zuständige Abschnitt im Gehirn sogar, während andere Bereiche, die wir nicht benutzen – also brachliegen lassen –, sich verkleinern. Die jeweiligen Neuronen verändern dann ihre Funktionen, damit andere – eben neue – elektrische Signale wesentlich schneller und leichter weitertransportiert werden können.

Diese Fähigkeit des Gehirns, sich vollständig zu verändern, nennen die Wissenschaftler Plastizität: Unser Gehirn reagiert auf unsere Gedanken und bildet dementsprechend seine Gehirnzellen aus. Das bedeutet, unsere Erfahrungen können in Zukunft völlig anders verlaufen, wenn wir für eine gewisse Zeit durch neue Denkweisen bisher brachliegende Abschnitte unseres Gehirns trainieren.

Wenn wir uns intensiv und anhaltend mit etwas Neuem beschäftigen, dann vernetzt sich unser Gehirn neu.
Wir können also unseren Geist in jede Richtung schulen, die wir wollen. Warum nicht in Richtung unserer eigenen Wünsche?

Wir können zum Beispiel durch neue – positive – Denkweisen neue Nervenzellen aktivieren. Wenn wir darüber hinaus noch für einige Zeit all den negativen Gedanken weniger Beachtung schenken, dann kann sich unser Gehirn völlig umwandeln. Die Funktionen der Neuronen können sich verändern, andere Verknüpfungen können entstehen, und plötzlich wird es uns völlig fremd vorkommen, dass wir früher tatsächlich einmal unglücklich gewesen sein sollen.

Wünschen ist erlernbar. Jetzt ist dies auch wissenschaftlich belegt und bedeutet einen ganz wesentlichen Baustein auf unserem Weg ins Glück. Denn dieses Kapitel hat vor allem einen Sinn: Es soll unseren Verstand überzeugen. Den müssen wir nämlich auf unsere Seite bringen, damit er uns nicht ständig dazwischenfunkt.

Wenn du jetzt im Moment nicht glücklich bist, lade doch deinen Verstand einfach einmal ein, etwas Neues kennenzulernen.

Wäre es nicht wundervoll, all die vergangenen Verletzungen nicht länger mit sich herumzuschleppen und stattdessen all das zu tun, was uns einfach wieder glücklich sein lässt?

Unser Gehirn ist bereit dazu. Die Frage ist nur, bist du es auch?

Pierre Franckh