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Wie wirken sich Trauer und Lebenskrisen aus?

Was ist Trauer?

Trauer ist die gesunde, oft langwierige und schmerzhafte Reaktion unserer ganzen Persönlichkeit bei der Begegnung mit Abschied und Trennung.

Trauer ist zu allererst eine natürliche Emotion, durch die wir unsere Gefühle des Verlustes ausdrücken:

  • beim Tod eines lieben Menschen
  • bei Gewalt oder Mord
  • bei Trennung
  • bei Verlust der Heimat
  • beim Scheitern von Lebenskonzepten oder auch
  • beim Verlust von Gesundheit
  • uvm.

Das erste Mal in unserem Leben lernen wir die Trauer bei unserer Geburt kennen, wenn wir den Mutterleib verlassen müssen. Schon zu diesem Zeitpunkt entwickeln wir ungeahnte Kräfte, wie wir mit dieser Situation umgehen. An diese Kräfte dürfen wir uns im weiteren Leben immer wieder zurückerinnern.

Trauer ist aber auch die Emotion, die uns dazu bringen kann, unsere Verluste zu verarbeiten, uns abzulösen.

Was ist eine Lebenskrise?

Laut Wikipedia wird eine Lebenskrise wie folgt definiert: „Die Krise bezeichnet eine problematische, mit einem Wendepunkt verknüpfte Entscheidungssituation.“

Das heißt, Lebenskrisen und Trauer sind vom Gefühl her sehr eng verbunden.

Lebenskrisen können entstehen bei:

  • bei Scheidung
  • bei Kündigung des Arbeitsplatzes
  • bei Mobbing
  • bei Ausgrenzung
  • bei Umweltkatastrophen
  • uvm.

Vermeiden wir es zu trauern und uns einer Lebenskrise zu stellen, bleiben wir gedanklich und emotional an die Vergangenheit gebunden und sind nicht frei für die Gegenwart und Zukunft. Unsere positive Lebensenergie und Liebesfähigkeit ist blockiert.

Der Verlust eines lieben Menschen zum Beispiel macht uns einsam. Er nimmt uns die Freude am Leben und erschüttert unsere ganze Persönlichkeit.

Unermesslich kann der Schmerz sein, der unsere Gedanken ständig um den verlorenen Menschen oder die Situation kreisen lässt. Wir fühlen uns nur noch halb, können nicht schlafen, fühlen uns in Watte gepackt, sind antriebslos, als ob ein Teil von uns entrissen wurde.

Wenn wir unsere Gefühle zulassen, können wir in einen Trauerprozess eintreten. Es ist ein Entwicklungs-Prozess, in dem wir langsam, manchmal sehr schmerzhaft lernen, den Verlust zu verarbeiten und anzunehmen.

Wenn unsere Gefühle wieder in Fluss kommen, bewirkt es, dass wir wieder zu wahrer Lebensfreude gelangen und vielleicht wieder liebesfähig werden.

Wenn wir in „Trauer“ sind oder in einer Lebenskrise stecken, merken wir oft nicht wie wir uns verändern. Von außen kommen zarte Hinweise, die wir oft als Kritik auffassen, die uns jedoch helfen wollen, wieder eine neue, eine andere Richtung einzuschlagen.

Deshalb ist es ratsam, dass wir unsere Trauer oder Lebenskrisen nicht alleine durchstehen, sondern jemanden zur Seite haben, der uns verstehen und liebevoll begleiten kann. Jemand, der einfach da ist und zuhört.

Natürlich fragen wir uns, wie uns ein Außenstehender dabei helfen soll, unsere Trauer oder Lebenskrise zu verarbeiten. Da kann ich nur aus eigener Erfahrung sprechen. Manchmal verliert man als Trauernder oder in einer Lebenskrise den Blick für das Wesentliche, für das eigene Leben und dabei kann ein Trauerpädagoge/Trauerbegleiter/Berater helfen, wieder eine gesunde Mischung aus Trauer/Krise, hinschauen auf das Geschehene, vorwärtsschauen auf das, was kommt, und innehalten zu vermitteln. Ich selbst habe immer wieder professionelle Hilfe in Anspruch genommen, wenn mein Leben eine Wende machte oder auch in der Zeit, als unsere Tochter krank war und verstarb, sonst hätte ich es nicht geschafft, weiter in meinem Beruf zu wirken und für meine Familie da zu sein.

 

Iris B. Sailer

www.irissailer.de