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Verhalten in Konfliktsituationen

In jeder Familie kommt es zu Auseinandersetzungen, das ist völlig normal und gehört zur gemeinsamen Entwicklung dazu.
Daran können wir nichts ändern, aber daran, wie wir mit diesen Situationen umgehen. Je mehr wir uns mit möglichen Verhaltensweisen auseinandersetzen bevor es zu einer Streitsituation kommt, umso besser können wir dann in der eigentlichen Situation so reagieren, wie wir es uns vielleicht wünschen.
Daher nun kurzgefasst ein paar grundlegende Anregungen zum Verhalten in Konfliktsituationen, zum Umgang mit Wutausbrüchen und zur Durchsetzung von negativen Konsequenzen.

Bewahre ruhig Blut!
Auch wenn es wahnsinnig schwer fällt, je lauter Dein Kind wird, umso ruhiger musst Du bleiben. Vielleicht hilft es Dir, bis 10 zu zählen, tief Luft zu holen oder ähnliches.

Bringe Dein Kind an einen Ort, an dem es sich beruhigen kann!
Manche Kinder kann man in einem Ausbruch festhalten, damit sie sich beruhigen. Die meisten aber würde das noch mehr erregen. Sorge dafür, dass es an einem Ort ist, an dem es sich nicht verletzen kann und wenn möglich, kannst auch Du erstmal den Raum verlassen.
Im besten Falle besprichst Du in einem ruhigen Moment mit Deinem Kind, was es tun kann oder was Du gerne tun möchtest. So kannst Du im Krisenmoment handeln und Dein Kind fühlt sich nicht überrumpelt.

Lobe Dein Kind, wenn es ihm gelingt, sich zu beruhigen!
Wenn Dein Kind dafür offen und empfänglich ist, dann lobe es dafür, dass es sich wieder beruhigt hat. Nimm es in den Arm und gib ihm die Sicherheit, dass alles gut ist. Ist Dein Kind nicht gleich dafür empfänglich, dann kannst Du das auch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Achte darauf, dass der Wutausbruch sich nicht lohnt!
Der Wutausbruch hatte ja für Dein Kind einen auslösenden Grund. Wichtig ist nun hinterher oder währenddessen, dass Du zur Beruhigung nachgibst (auch Dinge nach dem Wutausbruch einfordern, die dazu geführt haben) oder Deinem Kind eine andere „tolle“ Sache anbietest. Denn dadurch lernt es, dass sich ein Wutausbruch lohnt.

Solltet es häufig zu Wutausbrüchen kommen, dann empfiehlt es sich die Situationen und ihre Rahmenbedingungen über einen Zeitraum von einer Woche einmal zu protokollieren. Manchmal fallen hierbei gewisse Zusammenhänge/ Auslöser auf, die dann entsprechend bearbeitet werden können.

Wie sollten die Konsequenzen für ein Fehlverhalten aussehen?

Negative Konsequenzen sollten möglichst sofort durchführbar sein und in unmittelbarem Zusammenhang mit dem „Fehlverhalten“ stehen.
Der Entzug von Fernsehen, Handy etc. sollte gut überlegt sein, denn zum einen steht er oft nicht in direktem Zusammenhang, kann meistens nicht sofort als Strafe erfolgen und erhöht die Attraktivität dieser Geräte. Ich bin ehrlich gesagt kein Freund davon, außer der Fernseher war der Auslöser für den Streit oder der Grund warum mein Kind sein Zimmer nicht aufräumt. Dann ist es eine logische erste Konsequenz diesen auszuschalten.

Was könnte man stattdessen machen?

  • Das Kind muss Wiedergutmachung leisten, in dem es z. Bsp. das angerichtete Chaos aufräumen muss o.ä.
  • Ausschluss aus der Situation – das Kind muss das Spiel/ die Situation verlassen.
  • Entzug von Privilegien, die damit zusammenhängen.
  • Einengen des Handlungsspielraums - nicht aber das Verbieten von regelmäßigen Sport-/ Freizeitaktivitäten (Vereine o.ä.)

 

Durchführen einer negativen Konsequenz:

1. Benenne zunächst konkret das Fehlverhalten ohne dabei zu generalisieren (immer, ständig) und ohne das Kind als Person anzugreifen. Benenne auch die nun folgende Konsequenz.
(z. Bsp.: „Du darfst Deinen Bruder nicht schlagen, Du musst jetzt in Dein Zimmer!“)

2. Gib Deinem Kind eine weitere Chance, falls es sich noch immer verweigert. (z. Bsp. wenn es gerade sein Zimmer aufräumen soll) Kommt dein Kind jetzt der Aufforderung nach, so lobe es dafür.

3. Gib Deinem Kind die Möglichkeit sich zu seinem Verhalten zu äußern. („Ich habe meinen Bruder gehauen, weil er mir mein Spielzeug weggenommen hat.“)

4. Begründe, wenn notwendig, noch einmal kurz die Konsequenz. („Trotzdem darfst Du nicht schlagen!“)

5. Setze die angesprochene Konsequenz durch. („Du entschuldigst Dich bei Deinem Bruder, er gibt Dir Dein Spielzeug zurück und ihr geht beide für 10 Minuten in Eure Zimmer.“)

Führe dabei keine langen Diskussionen mit Deinem Kind, denn das wäre der Start für den nächsten Machtkampf. Du kannst ihm aber gerne einräumen, dass Ihr Euch zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal darüber unterhalten könnt.
Wenn die Situationen sich beruhigt hat und die Gemüter wieder abgekühlt sind.
Auch ist es wichtig bei der Durchsetzung der Konsequenz ruhig zu bleiben, oftmals ist sie dann auch wirkungsvoller.

Solltest Du einmal merken, dass das schlecht klappt, kannst Du Dich auch kurz aus der Situation nehmen. („Ich bin jetzt zu wütend/ zu aufgebracht, um etwas zu sagen, ich muss mich erst beruhigen.“) Das ist eine gute Lernsituation für Dein Kind, denn es sieht, dass auch Du Dich beruhigen musst und dieses Gefühl kennst. Und Du lebst ihm vor, wie man sich besser verhalten kann, wenn einen dieses Gefühl überkommt.

Und gehen doch einmal die Gefühle mit Dir durch, so ist das vollkommen menschlich. Entschuldige Dich hinterher bei Deinem Kind und besprich in Ruhe mit ihm die Situation – eine fast noch wichtigere Erkenntnis für Dein Kind. ;-)

Mandy Klein

www.qualitätszeit.com