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Der Ton macht die Musik

Neulich im Kindergarten beobachtete ich am Morgen eine Mutter, die einen sehr genervten und ruppigen Ton gegenüber ihren Kindern hatte.
Ich dachte noch, die Arme hat wohl einen stressigen Start in den Tag gehabt … Zwei Tage später traf ich die gleiche Mutter am Nachmittag mit ihren Kinder, als sie diese gerade vom Kindergarten abholen wollte und sie hatte den gleichen genervten Ton gegenüber ihren Kindern.
Und dann wusste ich, dass es wohl die Kinder sind, die hier arm dran sind, denn ihre Mutter kann wahrscheinlich gar nicht mehr anders mit ihnen reden.

Sie steckt fest in ihrem Ton!

Manchmal gibt es stressige Zeiten und wir sind so in unserem Alltagsstress gefangen, dass wir schneller aus der Haut fahren und vielleicht allgemein eine etwas mürrische Stimmung haben. Das ist völlig menschlich!
Ab und zu ist es vielleicht aber auch Zeit einmal inne zu halten und sich selbst zu reflektieren. Wenn ihr Kinder habt, dann fragt sie doch einfach mal, wie ihr im Moment so seid.
Oder auch ganz direkt:
„Was mache ich im Moment, was dir nicht gefällt oder was könnte ich besser/anders machen?“
Solltet ihr es euch trauen, dann hört bitte einfach nur zu, ohne etwas zu erwidern oder euch rechtfertigen zu wollen. Manchmal gefällt die Antwort nicht! Nutzt es als Chance darüber nachzudenken, für euch allein!
Und danach dürft ihr natürlich auch das Gegenteil fragen und euch überraschen lassen!!! Kinder sind noch nicht so kritisch wie wir Erwachsenen.

In vielen Fällen, um auf das Thema zurückzukommen, spielt der Ton eine entscheidende Rolle. Reflektiert euch doch einfach mal einen ganzen Tag lang, wie redet ihr mit euren Kindern. Schreibt einfach mal eure Gedanken dazu auf, wenn ihr wollt. Und wenn ihr nicht so richtig wisst, ist das jetzt gut oder schlecht, dann überlegt, ob ihr mit einem Erwachsenen auch so sprechen würdet. Mit einer Freundin/ einem Freund, welche Worte würdet ihr wählen, welchen Ton würdet ihr einschlagen? Oft wäre es ein viel respektvollerer Ton.
Versteht mich nicht falsch, man kann und sollte nicht immer und bei allem mit Kindern sprechen wie mit Erwachsenen, vor allen bei der Wahl der Themen oder der Form der Diskussion, abhängig natürlich auch vom Alter. Aber wir neigen gerne dazu im Gespräch mit Kindern in Extreme abzurutschen. Entweder  wir sind bestimmend und autoritär und damit oft respektlos oder wir erklären und entschuldigen uns selbst in unseren Erklärungen, weil wir nicht 100&tig hinter dem stehen was wir tun. Manchmal wissen wir auch, dass es das Richtige ist, aber wir haben Angst unser Kind mit einer negativen Situation zu konfrontieren – manchmal reicht ja schon ein „Nein - und dann entschuldigen wir uns durch unsere Erklärung noch bevor wir überhaupt etwas umgesetzt haben.

Dazu habe ich in einem Seminar mal einen wundervollen Satz gehört: „Wo sonst als in einem geschützten Elternhaus, sollten Kinder ihre ersten Erfahrungen mit ihren Grenzen machen können?“

Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Ich weiß auch, dass die dargestellten Formen Extreme sind und ein Großteil der Kommunikation mit unseren Kindern dazwischen stattfindet. Läuft alles in geordneten Bahnen, bekommen wir das auch hin. Aber es gibt auch Momente in denen wir etwas Unterstützung bedürfen, um aus unserem „Hamsterrad“ wieder aussteigen zu können - dafür bin ich da. 

Mandy Klein

www.qualitätszeit.com